“Als Gott das Universum schuf, schuf er den Trommler.” (Afrikanisches Sprichwort)

Ob man an Gott und die Schöpfungsgeschichte glaubt oder nicht ist jedem Menschen selbst überlassen. Keiner kann sich jedoch dem Einfluss von Rhythmen und der Wirkung von Trommeln entziehen. Wenn man unsere Welt und das Universum genauer unter die Lupe nimmt, stellt man fest, dass nahezu in allen Bereichen des alltäglichen Lebens Rhythmen eine große Rolle spielen. Ich gehe mit meiner Behauptung sogar noch weiter und bin der Meinung: “Ohne Rhythmen ist ein geregeltes Leben nicht vorstellbar.”

   


Beispielsweise ist es üblich, nachts zu schlafen und tagsüber zu arbeiten. Wer nie schläft und immer arbeitet gibt nach einer Woche den Löffel ab. Mit anderen Worten: Wer den Tag-Nacht-Rhythmus nicht einhält, schädigt sich stark, denn der menschliche Körper benötigt ihn zum Leben. Andere Beispiele wären der weibliche Menstruationszyklus (der sichert unter anderem den Fortbestand unserer Art) und die verschiedenen Jahreszeiten Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter (in den gemäßigten Breiten), die immer wiederkehren und vor allem im Winter den Autofahrern das Leben schwer machen. Ja selbst die Fortbewegung auf zwei Beinen erzeugt einen gleichmäßigen Rhythmus.

Rhythmen bestimmen unser Leben, ob wir es wollen oder nicht. Wir können uns ihrem Einfluss nicht entziehen.

Besonders interessant sind Trommelrhythmen, ihre Bedeutung, ihre Herkunft und ihre Verwendung. Seit dem Anbeginn der Zeit spielten Trommeln im Leben der Menschen eine besondere Rolle. Trommeln wurden und werden verwendet um mit Göttern in Verbindung zu treten. Diese sakrale Bedeutung kommt keinem anderen Musikinstrument zu. In Afrika  kamen Trommeln als Nachrichtenübermittler zum Einsatz. So wurde eine neue Nachricht als Trommelsignal von Dorf zu Dorf übermittelt. Die afrikanischen Trommler waren aber nicht die Einzigen, deren Aufgabe es war, Signale zu trommeln. Seit dem 11. Jahrhundert nach Christi Geburt wurden in Europa Trommler in militärischen Einheiten eingesetzt, um auf dem Schlachtfeld oder beim Exerzieren Signale zu trommeln, welche die eigenen Truppenbewegungen koordinierten. Pioniere auf diesem Gebiet waren schweizer Söldner, sogenannte Landsknechte. Vielen Menschen ist der Begriff Landsknechtstrommel oder Landsknechtstrommler bekannt, auch wenn sie nicht Schlagzeug oder eine andere Trommel spielen. Der Einsatz von Trommeln als Signalübermittler beim Militär breitete sich in Europa und in der neuen Welt weiter aus. Viele Armeen hatten ihre Trommler und Pfeifer, welche für die Fußtruppen zuständig waren, und Pauker und Trompeter der berittenen Truppen. Noch heute wird in Deutschland zu feierlichen Zeremonien ein Zapfenstreich gespielt. Dieses Zapfenstreichsignal wurde ursprünglich von Pfeifern und Trommlern der preußischen Armee gespielt, um zu signalisieren, dass die Zapfhähne an den Bierfässern geschlossen werden müssen. (Zapfen zu = den Zapfen streichen –> Zapfenstreich). Auch die britische Armee kennt den Zapfenstreich, nur hier heißt er “tattoo”.

Aber nicht nur das Militär bediente sich der Trommel, auch die einfachen Leute, das Volk, spielten Rhythmen zur Begleitung der Musik und zum Tanz. Trommelrhythmen spielen auch heute noch in der Unterhaltungsmusik eine tragende Rolle. Es gibt kaum populäre Musik, die nicht von einem Schlagzeug oder anderen Trommeln begleitet wird. Die Rhythmen des Schlagzeugs bilden das Fundament eines Songs. Auf die Grooves des Drummers wird getanzt. Und diese Grooves definieren meist den Musikstil des Stückes.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Trommel ein archaisches Instrument ist, das als Musikinstrument an sich und durch seine Bedeutung in der Entwicklung der Menschheit weder in der Vergangenheit noch in der heutigen Zeit wegzudenken ist.